Kambo-Wissenschaft

Die wissenschaftliche Erforschung des Sekrets des Frosches Phyllomedusa Bicolor begann 1980 durch den Wissenschaftler Vittorio Erspamer, der zweifach für den Nobelpreis nominiert wurde. Er fand heraus, dass das Sekret Hunderte von Peptiden beinhaltet. Und diese Peptide stellen „einen fantastischen Cocktail von potenziellem medizinischem Nutzen dar, wie bei keiner anderen bekannten Amphibie“, so Esparmer.

Auch wenn die Wirkung von Kambo auf mehr als seine Einzelteile zurückzuführen ist, hier ein Überblick der 9 Peptide, die bisher analysiert werden konnten.

Phyllocaerulein (Caerulein-Familie)

Phyllocaerulein ist ein Neuropeptid, das die Nebennierenrinde und die Hypophyse stimuliert. Es bewirkt die Kontraktion der glatten Muskelatur des Herzens, der Gefäße und des Magen-Darm-Trakts. Es trägt zur Verbesserung  der Verdauung bei. Es ist während einer Kambo Behandlung hauptsächlich für Übelkeit, Erbrechen, Herzklopfen, Schwitzen und manchmal auch Unterleibssbeschwerden verantwortlich. Es wirkt stark analgetisch, also schmerzlindernd, verringert die Müdigkeit und erhöht die körperliche Stärke und Widerstandskraft.  

Phyllokinin  (Bradykinin-Familie)

Phyllokinin ermöglicht durch seine gefäßerweiternde Wirkung eine lang anhaltende Senkung des Blutdrucks und erhöht die Durchlässigkeit der Blut-Hirn-Schranke, durch die andere Peptide leichter passieren können.

Phyllomedusin (Tachykinin-Familie):

Phyllomedusin ist ein Neuropeptid. Es erzeugt Kontraktionenen der glatten Muskulatur und erhöht die Sekretion des gesamten Magen- Darm-Trakts wie Magen, Dünn- und Dickdarm, Bauchspeicheldrüse und Gallenblase. Es regt die Magensekretion an und stimuliert den Darm. Dieses Peptid ist für die Kambo typische Reinigung verantwortlich. Es erweitert die Blutgefäße und trägt zu den pulsierenden Empfindungen bei, die während einer Kambo Behandlung oft auftreten.

Phyllolitorin (Bombesin Familie)

Phyllilitorin ist ein Neuropeptid und wirkt im zentralen und peripheren Nervensystem und stimuliert die Magensäuresekretion und die Kontraktion der glatten Muskulatur. Es ist beteiligt an Sättigungsgefühl, Ausschüttung zahlreicher Hormone, Neurotransmitter und an der Thermoregulation, u.a.

Dermorphin und Deltorphin

Dermorphin wirkt stärkend auf das Immunsystem und ist an der Zerstörung pathogener Erreger beteiligt. Die Peptide gehören zu den Opiodpeptiden. Die analgetischen Eigenschaften von Dermorphin übertreffen die von Morphin. Es ist 4000 Mal stärker als Morphin und 40 x stärker als Endorphine (endogenes Morphin). Es hat eine antidepressive und schmerzstillende Wirkung. Kambo erzeugt keine Abhängigkeit.

Tryptophyllin:

Tryptophyllin sind Neuropeptide. Diese Peptidfamilie besitzt antimikrobielle Eigenschaften. Dieses Peptid wurde hochwirksam gegen das Wachstum der Mikroorganismen wie Candida Albicans entdeckt.

Dermaseptin

Dermasptin hat stark antimikrobielle Wirkungen gegen Pilze, Bakterien, Hefen, Protozoen und Viren. Sie haben positive Wirkung auf fadenfömige Pilze, die für schwächende Infektionen verantwortlich sind.

Dermaseptin B2 und B3 sind wirksam bei der Zerstörung bestimmter Krebszellen und verhindern deren Wachstum (Forschungen an der Universität von Paris und der Queens University Belfast)

Adenoregulin 

Adenoregulin hat eine hohe anti-entzündliche und anti-bakterielle Wirkung. Es hat ein hohes Potential bei der Behandlung von Depressionen und Krankheiten mit Kognitionsverlust, wie Alzheimer- und Parkinson.

In der Blutbahn bewirkt das Sekret eine vermehrte Produktion von Erythrozyten (roten Blutkörperchen) und Thrombozyten (Blutplättchen). Es besitzt antivirale Eigenschaften, ist das stärkste natürliche Antibiotikum und hat zusätzliche schmerzstillende Wirkstoffe. Es hat sich als wirksam bei der Abtötung von Krebszellen erwiesen.

Caerulein & Sauvagin

Caeruleins und Sauvagines stimulieren die Hirnanhangdrüse (Hypophyse) und die Nebennierenrinde und tragen zu einer Verbesserung der Sinneswahrnehmung bei.

Die Peptide haben stark schmerzstillende Eigenschaften, erhöhen die körperliche Stärke und haben eine leistungssteigernde Wirkung. Sie tragen dazu bei mit körperlichen Schmerzen, Stress und Krankheiten besser umgehen zu können und reduzieren Ermüdungserscheinungen. Sie kontrahieren Dickdarm und Blase und verbessern die Verdauung und erzeugen Blutdruckabfall.